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Der Kopf ist willig, |
Es ist oft so schwer zu begreifen, dass man nicht mehr Herr über seinen eigenen Körpers ist. Ich kann nicht mehr selbst entscheiden, wie ich meinen Tag verbringe und was ich unternehmen möchte . Meine jeweilige körperliche Verfassung bestimmt, was geht oder nicht. Es fängt schon morgens nach dem Aufstehen an. Der Kopf ist voller Ideen, was ich heute alles erledigen möchte. Das Wetter ist schön und die Stimmung ist gut. Doch schon nach dem Waschen, Anziehen und Frühstücken fühle ich mich schlapp und ausgelaugt, obwohl der Tag doch gerade erst begonnen hat. Also ist bereits die erste Pause erforderlich. Damit diese keine unnütze Zeitverschwendung bedeutet, wird sie zum Zeitunglesen benutzt. Doch bald muss es weitergehen. Ich will doch noch soviel schaffen heute. Also Aufräumen, Betten machen, Staub wischen, Wäsche aufhängen. Schon bald bin ich wieder erschöpft – nächste Pause. Jetzt wird es langsam Zeit, ein Mittagessen vorzubereiten. Ich könnte mir es ja einfach machen und ein Fertiggericht aufwärmen, doch gerade bei MS soll man sich doch gesund ernähren. So wird halt frisch gekocht. Danach Töpfe spülen und Küche aufräumen. Jetzt bin ich völlig erledigt, kann mich kaum noch auf den Beinen halten und muss mich erst einmal hinlegen. Ich stelle den Wecker, weil ich oft fest einschlafe. Nach einer knappen Stunde stehe ich auf und fühle mich etwas erholt. Nun gehe ich die Treppe hinunter zum Briefkasten, weil ich jetzt etwas besser laufen kann und koche mir einen Tee. Danach muss noch Wäsche gebügelt werden und verschiedene Telefongespräche erledigt werden. Am späten Nachmittag geht alles nur noch sehr langsam, besonders das Laufen fällt immer schwerer, und ich muss längere Pausen machen. Der Tag ist wieder wie im Flug vergangen. Auch fällt mir jetzt ein, dass ich den ganzen Tag noch keine Gymnastik gemacht habe. Doch abends will man schließlich auch noch etwas unternehmen: Selbsthilfegruppe, Chorprobe, MS-Gymnastik. Ich komme ja den ganzen Tag nicht unter Menschen. Für Aktivitäten am Abend muss ich oft noch meine letzten Kräfte mobilisieren. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich es geschafft habe, vor ein paar Jahren noch berufstätig zu sein. Ich wurde danach oft gefragt, was machst Du jetzt eigentlich den ganzen Tag? Du hast es jetzt vielleicht gut. Ich denke oft, gesunde Menschen können und wollen meine Situation überhaupt nicht verstehen.
Nun habe ich Gott sei Dank einen Mann, der Verständnis für meinen Frust aufbringt und mir vieles abnimmt wie Einkaufen, Putzen, Staubsaugen und am Wochenende auch mal was Leckeres kocht.
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